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YOU DRIVE ME CRAZY!

Rob ist alles andere als zufrieden mit seinem Leben. Der unglückliche Dauersingle kann nach einer Knie-Operation seinen alten Beruf nicht mehr ausüben und erlebt tagtäglich den gleichen Mist – bis eine Wohnungsbesichtigung sein ganzes Leben auf dem Kopf stellt.

YOU DRIVE ME CRAZY!

"Rob, der im wahrsten Sinne des Wortes die A...karte gezogen hat, hat es echt nicht leicht. Dass da die Resignation eintritt, kann man ihm echt nicht übel nehmen. Trotz der ernsten Lage - die wirklich jedem passieren kann- hat es Spaß gemacht, sie zu lesen. Der Schreibstil ist flüssig, teils humorvoll und sehr nachvollziehbar ..."

(Leser auf Amazon)

Fakten & Daten:

- geschrieben: April 2014
- Erstveröffentlichung: April 2014
- Korrektorat: L. Franke
- Bestseller
- Preis: 2,99 Euro (E-Book)



Realitätsgetreu

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Biografisch

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Fiktion

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Sex

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Gefühle / Liebe

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   Die Menschheit trieb mich in den Wahn!
   Ich wusste nicht, was ich in meinem früheren Leben verbrochen hatte, aber es musste schlimm gewesen sein, denn mein Leben war die Hölle! Wenn ich nur gewusst hätte, woran es lag, dass mich fast jeder Mensch nicht ausstehen konnte, dann hätte ich eventuell etwas an meinem Verhalten geändert, aber ich war ratlos. Vielleicht lag es ja an meiner Homosexualität oder an meiner verrückten blondierten Frisur. Möglicherweise lag es auch an meiner Kleidung – woher sollte ich das wissen?! Wahrscheinlich spielten alle drei Faktoren eine Rolle, weshalb man mich wie Dreck behandelte. Ich war einfach zu nett für diese Welt. Ständig freundlich und immer streitschlichtend. Nur die Arschlöcher dieser Welt brachten es zu etwas. Doch wollte ich nicht dazu gehören? – Niemals!
   Nach meiner Knie-OP konnte ich meinen alten Beruf leider nicht mehr ausüben, was mich echt verrückt machte. Und wessen Schuld war das? Richtig! Die der Ärzte. Sie hätten ja ein wenig gründlicher arbeiten können, aber nein. Akkordarbeit brachte ja auch mehr Geld! Lange stehen war für mich einfach unmöglich geworden. Einen anderen Job als den eines Lagerarbeiters fand ich aber nicht, weshalb ich zur ARGE gehen und Arbeitslosengeld beantragen musste. Zuerst bekam ich noch ALG 1, rutschte dann aber in Hartz 4 ab. Es war katastrophal! Abgesehen davon, dass man wegen der wenigen Mäuse einige Tage im Monat Hunger litt, musste man sich obendrein auch noch dumme Sprüche von Sachbearbeiterinnen anhören.
   „Woher wollen Sie wissen, ob Sie etwas können, wenn Sie es nicht versuchen?“, fragte sie mich ganz dümmlich.
   Zig ärztliche Atteste lagen ihr vor, und dennoch wollte sie immer wieder, dass ich Tätigkeiten nachging, die ich einfach nicht ausüben konnte. Zum Schluss schickte sie mich zum Amtsarzt, der ihr das Gleiche mitteilte, wie es schon meine Ärzte zuvor getan hatten. Ganz lieb war sie dann auf einmal. Beinahe schon handzahm. Sie wüsste nicht, welchen Beruf ich mit meiner Berufsausbildung jetzt noch ausüben könne, aber ich könnte ja eine Maßnahme machen oder für einen Euro die Stunde jobben gehen – nur wo, das wusste sie eben nicht.
   „Etwas im Sitzen“, schlug ich ihr immer wieder vor, aber so etwas hatte sie nicht im Angebot. Ich sollte mich selbst darum kümmern und weiterhin Bewerbungen abschicken. Sie sagte, dass es egal sei, wo ich mir bewerben würde. Hauptsache, sie sehe, dass ich mich bemühe. Sicher. Ich saß ja auch den ganzen Tag faul auf der Couch herum und tat nichts außer fernzusehen. Als ob ich jemals froh darüber gewesen war, meinen Job nicht mehr ausüben zu können. Welcher Mensch gibt sich schon mit 380 Euro im Monat zufrieden? Also ich definitiv nicht.
   Die Jobsuche war nicht mein einziges Problem. Obendrein war ich mit meinen 23 Jahren auch noch Single! Wie ich es doch hasste, Tag für Tag allein schlafen zu gehen und morgens wieder einsam aufzuwachen. Niemand, der einen süße Worte ins Ohr flüsterte, keine Person, die einen hielt, wenn man sich mal allein oder mies fühlte. Kein Gesprächspartner, mit dem man auf einer Wellenlänge war – niemand! Mich fuckte mein Leben echt ab, vor allem, weil ich niemandes Typ war. Die älteren Herrschaften, die mochten mich. Doch die Boys, für die ich mich interessierte, schmunzelten bei meinem Anblick nur, und wenn doch mal jemand dabei gewesen war, der infrage hätte kommen können – zumindest vom Äußeren her – dann war er dumm wie Stroh. Jetzt könnte man sich natürlich fragen, wie dumm Stroh wirklich ist. Sagen wir so: Ein Neugeborenes hatte in der Regel mehr Verstand als so mancher Typ, den ich kennengelernt hatte.
   Manchmal, wenn ich durch die Stadt lief, dann starrten mich die Leute an, als sei ich irgendwie mit Dreck besudelt. Gaffende Fratzen, die mich von Kopf bis Fuß musterten. Was hatten die nur für Probleme? Ja, ich kleidete mich vielleicht ein wenig extravagant – wobei dies ja wieder im Auge des Betrachters lag – aber dermaßen blöd aus der Wäsche zu gucken, kann doch nicht normal sein. Ich lebte im Jahr 2013 und Homosexualität war weiterhin ein No-Go! Scheiß was auf Naturgesetze. Nur das, was die Medien und Kirchen dieser Welt der Menschheit verklickerten, stimmte auch. Es gab nie Dinosaurier und der Mensch wurde von Gott erschaffen. Punkt. Schwule und Lesben waren Ausgeburten der Hölle und gehören verbannt – zurück ins Land der Sünder!
   Ich hasste mein Leben, denn ich war nicht nur arbeitslos und Single, nein, ich hatte auch keine wirklichen Freunde. Okay, einen hatte ich, aber der war doppelt so alt wie ich. Nichts gegen ältere Freundschaften, aber mir fehlten die Gleichgesinnten an meiner Seite.
   Jürgen war ebenfalls aus gesundheitlichen Gründen ohne Job. Obendrein hatte er noch einen totkranken Vater, den er fast täglich im Altenheim besuchen musste. Sein Leben war auch alles andere als leicht, doch sehnte er sich nicht nach einer Beziehung – ich schon. Ich verzerrte mich nach Berührungen, nach Liebe. Manchmal trieb mich diese Gier fast in den Wahn! Das Kopfkissen war mein Ehemann. Ich hatte mir extra gleich mehrere gekauft. Eins, um darauf zu liegen, das andere knuddelte ich, ein anderes lehnte gegen meine Stirn – zum Küssen – und das letzte lag zwischen meinen Beinen, während ich noch eine Decke hinter meinen Rücken hatte, um auch von allen Seiten schön gewärmt zu werden. Erbärmlich! An manchen Tagen wollte ich gar nicht mehr von meinem Bett aufstehen und nur noch die Kissen an mich drücken. Nun ja. Meistens war es allerdings auch so, dass, sobald ich die Augen geöffnet hatte, ich sie nicht mehr schließen konnte. Nicht anatomisch gesehen, sondern, weil mich der Anblick meiner verfickten Bude einfach abfuckte. Mein Bett befand sich im Wohnzimmer, genauso wie mein Arbeitsbereich und die Küchenecke. 25 m² und alle Zimmer – bis aufs Bad – in einem Raum. Da konnte man doch nur bekloppt im Kopf werden! Dazu Nachbarn, die nicht unfreundlicher hätten sein können, und einen Vermieter, der immer mehr Miete haben wollte. Zu viel, denn die ARGE übernahm nicht mehr alle Kosten. Sprich: Ich musste von meinem ALG2-Geld auch noch was abdrücken.
   Als ich noch Arbeit hatte, waren mir die Wohnungen nur so zugeflogen.
   „Sie haben Arbeit?“, hatte der Vermieter gefragt. „Prima!“ Sofort hatte ich einen Mietvertrag gehabt. Zweimal war das so passiert, bis ich wegen der Arbeitslosigkeit hatte ausziehen müssen. Ja, ich musste, denn 75 m² waren der ARGE zu viel! Ein Arbeitsloser durfte nach deren Ansicht nur 45 m² bewohnen und dies natürlich so günstig wie nur möglich. Mann, war das eine Hektik gewesen, als ich mir eine neue Bleibe hatte suchen müssen. Zig Wohnungen hatte ich besichtigt und ständig das gleiche Gebrabbel gehört:
   „Nicht für Arbeitslose.“
   „Nur für Senioren.“
   „Nur für Arbeiter.“
   „Warum sind Sie denn arbeitslos? Sie sind doch noch so jung.“
   Und zig andere blöden Sprüche. Es war zum Haare raufen! In einer Siedlung, in der sich die Alkoholiker schon früh am Morgen die Kante gaben, wollte ich auf keinen Fall wohnen, aber nur da waren die meisten Wohnungen frei! So entschied ich mich für eine kleine Bude. Eine sehr kleine Behausung, um genauer zu sein. An manchen Tagen hatte ich das Gefühl, als ob mir die Decke auf den Kopf fallen würde. Ich musste dann einfach rasend schnell an die frische Luft. Wie ich diese prüde Stadt doch hasste. Schwule Männer gab es dort nämlich kaum, und wenn mal einer dabei war, dann hatte er einen an der Waffel.
   Da ich es absolut nicht mehr in dieser kleinen Hütte aushielt, begab ich mich wieder mal auf die Suche. Wochenlang versuchte ich mein Glück, doch jeder Vermieter und jede Vermieterin war der Ansicht, dass ich erst einmal arbeiten gehen sollte. Ohne Job war man eben nichts wert. Freundlichkeit brachte einen da keineswegs weiter. Ich hasste mein Leben!

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